Gedichte: Gedichte von Benjamin Stelzer

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Insgesamt 6 Gedichte
"An alle die sich einsam fühlen!"
Bessere Zeiten?
Gedanken
Ich denk an Dich
Mein Gedicht für Dich
Psychos wie ich


"An alle die sich einsam fühlen!"

Weißt Du denn nicht, wie wichtig Du bist?
Siehst Du denn nicht, was für eine Ehre es ist,
als guten und lieben Freund Dich zu haben?
(Unbegreiflich, dass manche diese Chance vergaben!)

Ja, manche Menschen können große Fehler begehen,
nur wirst Du selten auch ihre Gründe verstehen -
doch ist das denn so wichtig? Lass sie einfach nur los!
Sie sind es nicht Wert, glaub mir, sie schmerzen Dich bloß!

Vergiss doch all die, die Deine Freundschaft nicht schätzen,
die Dich ignorieren oder gar mit Lügen verletzen!
Denk viel lieber an jene, die nun zu Dir stehen,
neue Freunde, die kommen, um nicht wieder zu gehen!

Und werte nicht ab was Du tust, was Du bist,
nur weil Du jemand - der Dich nicht braucht - vermisst,
denn manchen bedeutest Du so viel mehr als Du denkst,
weil Du sie mit Deiner Art und dem wie Du bist, lenkst!

Deshalb:

Wann immer Du Dich einsam fühlst, Du in Deinen Emotionen wühlst,
wann immer es Dir Elend geht und kein Mensch all Dein Leid versteht -
dann lies einfach diese Zeilen hier und denk' dabei nur kurz an mich,
denn Du bist gar nicht alleine: jemand denkt bestimmt auch so an Dich!

Dorfmerkingen, den 30. November 2002


Bessere Zeiten?

Wie gerne würde ich schreiben, dass es mir glänzend geht,
und dass es auch um meine Chancen wieder weitaus besser steht -
aber ich kann es nicht, denn es wäre nicht ehrlich,
ist die Lage doch ernst, ja, schon wirklich gefährlich!

Ich kann so nicht Leben, es geht einfach nicht:
Kein Tag, an dem der Damm der Tränen nicht bricht!
Kein Tag, der nicht voll Qualen und Trauer vergeht!
Kein Tag, an dem mein Verstand nicht wieder Selbstmord begeht!

Der Wahnsinn ist es, ja er greift er mich an,
belagerte er mich doch schon Monate lang!
Ich spüre, wie er sich rüstet, sein Heer sich erhebt,
Ich fühle, wie die Luft zittert und der Boden schon bebt!

Etwas hat meine Verstand ganz seltsam vernichtet
und dabei seine Arbeit sehr gründlich verrichtet!

Nie hätte ich geglaubt, dass so etwas geht,
denn niemand der diesen Wahnsinn nicht kennt, versteht,
was passiert, wenn er versucht sich den Eintritt zu schaffen,
in die Vernunft, den Verstand - mit all seinen Waffen!

Meine Gabe mich in andere hinein zu versetzen,
sie gibt ihm die Macht, mich genau dort zu verletzten!

Meine Gabe zu spüren, was andere fühlen,
sie ermöglicht ihm in meinen Emotionen zu wühlen!

Meine Gabe zu begreifen, was nicht alle verstehen,
mit dieser Gabe will er mich hintergehen:

Hab mich doch immer auf meinen Verstand nur verlassen,
und ihm damit das Tor meiner Seele geöffnet und offen gelassen!

All diese Gaben habe ich, gelte als "hochbegabt",
na toll, und habe dennoch versagt!

Was hilft mir denn ein "scharfer" Verstand - wenn er nicht auf meiner Seite steht?
Wenn er sich mit dem Wahnsinn verbündet und jegliche Logik vergeht?

Doch ich kenne diesen Teil meines Verstandes!

Ich weiß wie es ist, mit ihm um mein Leben zu ringen!
Er ist ein guter Stratege: erbarmungslos und ohne jedes Gefühl!
Ich werde es nicht schaffen ihn je zu bezwingen,
denn ich handle emotional, er hingegen bleibt grausam und kühl!

Er legt es auf diesen Kampf an, denn er weiß, wer gewinnt!
Ich zerbreche an meinen Emotionen - genau das plant er ein.
Und deshalb wird auch er - und nicht ich - am Ende der Sieger sein.

Und gewinnt er nur diese erste Schlacht,
dann dringt er in mein Bewusstsein ein,
als erstes tötet er dort die Vernunft,
sie wird ihm kein großes Hindernis sein!

Und jetzt, jetzt unterdrückt er mit aller seiner Macht:
den letzten Wunsch nach Leben -
und damit wird sie kommen, die endlose Nacht!

Die Wunden am Arm und in meinem Herzen: alles tut weh!
Ich hab so große Schmerzen, leide so sehr!
Und kann doch eigentlich schon so lange nicht mehr!

Ich stehe auf der Klippe am Rand!

Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute bereit, den Sprung zu wagen
und damit all meinem Wahnsinn, meinen Schmerzen und meiner Ohnmacht zu entsagen!

Aber noch kämpfe ich! Das habe ich versprochen!
Und ich habe noch nie ein Versprechen gebrochen!

Dorfmerkingen, den 7. September 2002
(letzte Bearbeitung am 31.3.2003)


Gedanken

Ich liege wach, finde keinen Schlaf, endlose Gedanken!

Gedanken an die Vergangenheit.
Sie wollen nicht schweigen - mir niemals Ruhe geben!

Ich vermisse Dich! Du fehlst mir so sehr!

Ich liege wach, finde keinen Schlaf, kann nur an Dich denken!

Denken, an die Zeit mit Dir.
Am Boden zerstört, fehlt mir die Kraft, mich je wieder zu erheben!

Ich liebe Dich! Wollte Dir doch mein ganzes Leben schenken!

Ich liege wach, finde keinen Schlaf, doch sollte ich Dir eigentlich nicht danken?

Danken für dieses schöne Jahr?
Das schönste in meinem ganzen Leben.

Ich war so glücklich. Was wollte ich mehr?

Und dennoch: ich vermisse Dich unendlich! Du fehlst mir so sehr!

Dorfmerkingen, den 14. September 2002




Ich denk an Dich

Oft sagt man,
dass Reden Silber
und Schweigen Gold ist.

Wenn ich mit Dir reden kann,
bleibe ich lieber arm
aber glücklich.

Oft heißt es,
Luft und Liebe allein
machen Dich nicht satt.

Wenn ich an Dich denke,
dann bin ich lieber hungrig
aber weiß, dass es Dich gibt.

Aalen, den 25. Februar 2004


Mein Gedicht für Dich

Was soll ich nur schreiben?
Welcher Eindruck soll bleiben?

Was soll ich denn reimen?
Ich möcht ja nicht schleimen!

Was soll ich erzählen?
Welchen Stil soll ich wählen?

Nicht zu ernst, nicht zu komisch,
vielleicht ein bisschen ironisch?

Romantisch? Na gut!
Und mit viel Herzensblut!

Blumige Sprache verwenden?
Wo soll das denn nur enden?

Zudem noch viel Poesie,
Mensch, so wird das nie!

Ach, Dichten ist schwer,
und ich kann's wohl nicht mehr.

Nee, Spaß jetzt bei Seite,
hier kommt Klappe, die zweite:

"Auch wenn Du oft sagst,
es sind nur die Triebe,
so sag ich Dir Schatz,
es ist wirkliche Liebe!"

Dorfmerkingen, den 25. November 2003


Psychos wie ich

(Ich würde gerne
FLIEHEN...)

Pass auf, lieber Leser und gib ganz kurz Acht,
Psychos wie ich - so harmlos sie scheinen,
so schlecht wie sie dichten und so schlimm sie reimen -
so haben sie doch nur einen einzigen Wunsch:
die Flucht vor dem Leben in die endlose Nacht!

(...aus der
EINSAMKEIT,...)

Ich würde gern fliehen, was hält mich noch hier?
Meiner großen Liebe, all meiner Illusionen beraubt,
weiß ich nicht weiter - hatte doch nur an ein "uns" geglaubt!

Was ich mir wünsche, nach was ich mich sehne?
So einsam, so verlassen, so unfähig zu verstehen,
ist es einzig der Wunsch, für immer zu gehen!

(...aber ich mache mir große
SORGEN,...)

Manchmal, ja, manchmal, da denke ich mir,
wenn ich jetzt gehe - in diese Nacht ohne Morgen -
bin ich endlich frei, frei von all meinen Sorgen,
keine Schmerzen, keine Tränen, kein Weinen mehr,
auch keine Hoffnung - und was einst meine Seele war: leer!

Dann - und nur dann bin ich auch frei von Dir!

Doch manchmal, ja, manchmal, da überlege ich mir,
wenn ich jetzt gehe - in besagte Nacht ohne Morgen -
nur wegen Dir, nur wegen meinen tödlichen Sorgen,
dann verletze auch ich liebe Menschen sehr,
und das erst macht meine Entscheidung so schwer!

Sehe ich doch so schon keinen Ausweg mehr!

All das möchte ich nicht!
Aber ganz egal was ich mache, ganz egal was ich tu',
alleine die Gedanken, nein, sie lassen mich niemals in Ruhe!

Die Gedanken, die Fragen, ja, sie sind immer zu da!
Und die Nähe zum Tod? War schon viel, viel zu nah!

Der Wunsch zu sterben, er wächst und gedeiht,
bekommt ja auch jeden Tag Nahrung: immer weiteres Leid!

(...denn ich sehe
KEINEN ANDEREN
AUSWEG,....)

Ich ertrinke im Meer der Verzweiflung, keine Aussicht auf Land!

Ich weiß keinen Ausweg, für mich ist keiner mehr da,
auch weg ist der Funken Hoffnung - der letzte, den ich noch sah!

Ich hätte mein Leben für ihres gegeben, so stark war das Band,
Jetzt bin ich am Ende, stehe am Abgrund, ganz nahe am Rand.

Nur einen Schritt weiter und ich stürze hinab.

Ja, ich habe geliebt, mit all meiner Liebe, mit meinem ganzen Herzen!
Nur ein letzter Schritt und sie sind weg - meine Schmerzen!

Wo ist die Liebe geblieben, wo ist das Band?
Waren wir nicht seelenverwandt?

All meine Versuche, all mein Bemühen - nichts will gelingen:
Das Loch, die Lücke, entstanden durch Deinen Verlust,
sie will, kann es und wird mich verschlingen!

Ich schaffe es nicht, dieses nochmals von vorne Beginnen,
Ich spüre viel eher Tag für Tag, die Zeit, die mir noch bleibt,
wie feiner Sand zwischen meinen Fingern verrinnen.

Wer weiß, vielleicht werden wir uns im Jenseits wieder sehen
und vielleicht - so Gott will - uns auch dort wieder verstehen.

Der Verlust ist zu groß. Meine Kraft ist am Ende.
Ich kann nicht mehr. Ich muss hier raus!

Nur ein letzter Schritt und alles ist aus.
Nur ein letzter Schnitt und alles ist aus.

(...ALS DEN ENTGÜLTIGEN)
Dorfmerkingen, den 7. September 2002