Gedichte: Gedichte von Thomas Kronberg

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Insgesamt 4 Gedichte
Ein kleiner, einsamer Traum
Gedanken
Schmetterling
Stille


Ein kleiner, einsamer Traum

Ich träume von einer besseren Zeit,
in der ich wirklich frei sein kann ...
ich träume von einer besseren Zeit,
in der ich Lebe, in der ich bin ...

Doch wo bin ich denn, ich weiß es nicht.
ich sehe nur noch grau in grau,
in mir, um mich, überall ...
wo bin ich nur, ... ich weiß es nicht.

Alles was ich bin, ist Einsamkeit,
alles was ich spüre ist nur kalt,
mein Leben hat sich längst verloren,
ich wandle allein entlang des Nichts ...

Doch warum bin ich immernoch hier ...
wo ist die Antwort, wo der Sinn?
Ich wandere zwischen den Welten,
doch in keiner bin ich Zuhaus ...

Ich bin doch nur ein einsamer Träumer,
der von besseren Tagen träumt ...
der wandelt entlang der Welten,
schon seit endlos langer Zeit ...

Ich weiß es nicht, wo gehöre ich hin?
In die Welt unter oder über mir?
Ich weiß nicht ... und wandere weiter ...
endlos scheint mir ... und alles ist grau ...

Graue, endlose Leere, das ist meine Welt,
hier im nirgendwo, im nichts zwischen den Welten,
hier bin ich zuhaus ... und gehe weiter,
gehe, und gehe ... kein Ende in sicht ...

So wandere ich, und träume ...
träume von der Welt, die mein Zuhause war ...
Ich bin doch nur ein kleiner Träumer ...
der träumt von einer besseren Zeit ...

Vielleicht, wer weiß, kommt der Moment,
in der mein kleiner Traum lebendig wird ...
er nach mir greift und mit sich nimmt ...
mich zu dir, zu neuem Leben bringt ...


Gedanken

Ich denke, also bin ich,
ich existiere.
Ich denke, also bin ich,
wer bin ich?
warum bin ich?
fragen ...
Ich existiere ...
mit welchem Recht?
Habe ich eine Existenzberechtigung?
Gibt es einen Sinn?
Ein Ziel?
Wo?
fragen ...
ich denke, also bin ich,
was bin ich?
bin ich ich?
was macht mich dazu?
ich mich selbst?
andere?
fragen ...
ich denke, also bin ich,
ich bin immernoch hier.
habe ich ein recht dazu?
sein oder nicht sein ...
was ist sein?
schein?
fragen ...
ich denke, also bin ich,
Ich existiere ...
warum?
Sind die Fragen die Antwort?
Begründet die Suche nach der Existenzberechtigung
die Existenz?
fragen ...
ist der weg das ziel?
ist das ziel das ende?
ich existiere.
die fragen halten mich hier.
ist die antwort auf alle fragen der tod?
noch ist keine antwort in sicht ...
ich existiere ...
jage den antworten hinterher ...
immerzu ..


Schmetterling

Ein letzter Atemzug, Stille kehrt ein
Ein letztes Zucken auf schwarzem, brennendem Grund
Chaos überall, die Luft steht in Flammen
Ein letzter Atemzug, vorbei ...

Erinnerungen, ... was, was ist passiert?
was einmal war ... Schönheit und Freude überall ...
Endlose Freiheit, ein Flattern im Wind ...
Erinnerungen, ... alles vorbei ...

Warum? ... der Wind kennt alle fragen ...
Er kennt die Fragen, die Antwort, den Sinn ...
Warum? ... die Luft steht still ...
niemand sieht und versteht ... niemand ist da

Bilder der Vergangenheit ... langsam verblassend
sie zeigen Wesen ohne jede Eleganz,
Plump sind sie, können nicht fliegen ...
farblos und grau ... überall ...

Bilder der Vergangenheit ... langsam verblassend
alles verändert sich ... unaufhörlich, unabwendbar ...
Glück wird zu Leid, Freude zu Trauer ...
Endlose Freiheit zur quälenden Last ... Gefangen im Leben ...

Wo einst Schönheit war ist jetzt alles nur grau
Wo einst Leben war herrscht jetzt Stille und Tod
Nichts ist mehr wie es mal war ...
Das Ende kommt bald ...

Ein letzter Atemzug, Stille kehrt ein
Ein letztes Zucken auf schwarzem, brennendem Grund
Chaos überall, die Luft steht in Flammen
Ein letzter Atemzug, vorbei ...

Bilder ... Erinnerungen ...
alles verblasst ...
Dunkelheit breitet sich aus ...
Das Licht des Lebens ...
erloschen ...
vorbei ...
tot
!




Stille

stille ist eingekehrt im land,
nichts regt sich,
lautlos dunkel und schön
und ich mittendrin

ich bin allein,
und dennoch,
die nacht ist mein freund,
hier bin ich daheim

sie umgibt mich und schützt mich
keiner stellt dumme fragen,
in ihr bin ich ICH,
hier bin ich mensch

das licht, menschen und freude
sind mir suspekt,
zumindest manchmal,
und dann will ich weg!

oft ist es hell,
und ich will ins dunkel,
denn dort ist es still,
denn dort bin ich ICH

ich denke ich gehe
für immer ins dunkel,
ich will endlich leben,
ohne zu leben.

ich will alles haben,
und nichts dafür tun
ich will sein,
ohne zu sein.

im nichts ist alles möglich,
ich lebe im tod,
und bin lebendig
umgeben von stille

stille überall,
ich mittendrin
hier lebe ich wirklich,
endlich daheim


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